Durch den plötzlichen Unfalltod unseres 34jährigen Sohnes befand ich mich in einer fürchterlichen traumatischen Ausnahmesituation, wo ich rückblickend lange vieles noch wie im Schock erlebte.

Durch die Vermittlung einer Freundin – ich selbst war zu keinen Eigenaktivitäten fähig – kam ich in die Trauergruppe „Die Brücke“. Zufällig waren dort zu der Zeit vier Mütter und eine Schwester von jungen erwachsenen Kindern. Ich fühlte mich aufgehoben und verstanden von der Leiterin und von den Teilnehmerinnen. Alle hatten ähnliches Leid hinter sich und wir wuchsen zu einer Herzensgemeinschaft zusammen und konnten immer wieder im geschützten Rahmen dieser Gruppe über unsere wunderbaren Kinder, denen die Zukunft mit all ihren Plänen versagt blieb, sprechen. Wir konnten unsere Trauer und unser Leid aussprechen und wussten: Das Gesagte bleibt hier im Raum und wird nicht nach draußen getragen. Im „normalen Leben“ wird oft verlangt, dass man den Verlust doch nun wohl endlich mal „unter die Füße bekommen“ haben sollte. Dass dies nicht so ist, weiß ich von mir selbst und von den anderen Teilnehmerinnen. Wir haben uns aber auch miteinander über die kleinen Fortschritte gefreut sowie über die freudigen Geschehnisse in unserem Leben und haben großen Anteil an den jeweiligen „Gedenk-Jahrestagen“ genommen. Wir haben miteinander gelacht und miteinander geweint – und das verbindet!

Auch als ich anfangs bereits an meinem Verstand zweifelte, weil ich ständig etwas vergaß oder Sachen verlegte, erfuhr ich, dass es den Anderen ähnlich ergangen ist und so etwas in solch einem schmerzlichen Trauerprozess „ganz normal“ ist. Es kamen später etliche Trauernde hinzu, die ihren Partner verloren hatten.

Die Leiterin sprach behutsam und mit großem Einfühlungsvermögen verschiedene Themen an, die uns alle betrafen. Sie schuf eine angenehme Atmosphäre durch auf dem Boden ausgebreitete Tücher, Steine, Muscheln, Kerzen und vieles mehr. Wir konnten hier im 14-tägigen Rhythmus zur Ruhe kommen und brauchten unser Herzweh nicht zu verstecken.

Ich war ca. eineinhalb Jahre Mitglied dieser Trauergruppe. Diese Mittwochabende habe ich wie eine Oase zum Auftanken erlebt in einem Alltag, der nun mehr Kraft erfordert als vor dem Tod unseres Sohnes. Die Zeit in der Trauergruppe habe ich als wohltuend und hilfreich empfunden. Wir konnten die Leiterin immer wieder ansprechen, wenn uns etwas auf der Seele brannte. Ihr gilt mein besonderer Dank!

Ich kann Trauernden eine solche Gruppe nur empfehlen. Man bekommt hier liebevolle Unterstützung und Alltagstipps, bis man ein Stück weit gelernt hat, mit dem Verlust des geliebten Menschen zu leben.

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